Videoinstallation, DVD, 2 min geloopt, 2004
Die Arbeit ist eine Video Collage, in der drei verschiedene Ebenen ineinander
kopiert wurden. Ausgehend von Monumentalskulpturen wie sie in der Sowjet-
union gang und gäbe waren und im Osten Berlins vielerorts nach wie vor ein
wichtiges Zeugnis von einer vergangenen Epoche ablegen, entwickelte ich
meine eigene Version eines solchen Monuments. Als zweite Ebene ist eine
winzige, sich ständig fortbewegende Kolonne von Autos, Lastwagen und Rad-
fahrern am Fusse der Skulptur auszumachen. Im Hintergrund dann, wiegen
sich sachte Bäume im Wind, die von Ihrer Grösse her weder zum Verkehr noch
zur Skulptur passen. Am Himmel bewegen sich derweil Wolken im immergleichen
Takt hin und her. In der Präsentation der Arbeit soll die Faust auf dem Bildschirm
in etwa der Grösse einer wirklichen Faust entsprechen und auf Augenhöhe ein
Gegenüber zum Betrachter bilden. Damit wird einerseits das Potential an Agres-
sivität der geballten Faust erhöht und zugleich das irritierende Spiel um Grösse
und Masse nochmals erweitert.
Wie in meiner bildnerischen Arbeit, ist das Spannungsverhältnis von Kultur und
Natur ein Aspekt dieses Werks. Das einfach Gewachsene, Natürliche - wozu wir
ja eines Teils auch gehören - muss von uns immer verändert, überhöht, konstruiert,
stilisiert, geformt, nachgebaut und besprochen, werden. Das Verhältnis zwischen
Natur und Kultur kann als fortwährendes Ringen, Verschmelzen und Ineinander-
greifen beschrieben werden.
Es geht aber auch um den einzelnen Menschen und seine Einbettung in der Ge-
sellschaft. Die symbolhaft ein Regelsystem repräsentatierende Faust und darunter
die winzigen vielen ich's, die vorbeiströmen wie Ameisen. Es sind äusserst kom-
plexe Wechselbeziehungen, die dieses Verhältnis kennzeichnen und mit denen
sich ein jeder auseinanderzusetzen hat, unabhängig davon ob er in ein pluto-
kratisch, religiös oder oligarchisch geprägtes Gesellschaftssystem hinein geboren
wurde. Menschen erfinden Regeln um das Zusammenleben zu erleichtern. Gesell-
schaftliche Vorgaben haben aber den Hang zu versteinern und zu verkrusten. So
werden auch vermeintlich unumstössliche Gesetze hinterfragt und verändert. Weil
wir leben wollen müssen.
(Video: Filmausschnitt)